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Humboldt-Universität zu Berlin    ·    Nordeuropa-Institut
Forschungsgruppe Nordeuropäische Politik e.V.
Research Group for Northern European Politics


Podiumsdiskussion
in Kooperation mit dem August-Bebel-Insitut


Was ist links... in Skandinavien?

23.10.2008, 18:00 Uhr
August-Bebel-Institut
Müllerstraße 163, Berlin-Wedding

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 18.10.2008:
Veranstaltung L70
Fax: (030) 4692-124 oder im Internet unter www.august-bebel-institut.de

Viele Menschen betrachten den Norden Europas als eine Art "Heimspiel" für die Linke - mit einer traditionell starken Arbeiter/innen-Bewegung, die durch einen friedlichen und erfolgreichen gesellschaftlichen Emanzipationsprozess führte und schließlich durch langjährige Regierungsarbeit einen gut ausgestatteten Sozialstaat als Grundlage eines solidarischen, gleichberechtigten und für sozialen Ausgleich sorgenden Zusammenlebens formte. Die gesellschaftlichen Projekte der nordeuropäischen Sozialdemokratie zeichneten sich durch ein hohes Maß an Kompromissfähigkeit aus, die auch die bürgerlichen Kräfte und Ideen in den gesellschaftlichen Veränderungsprozess mit einbezog. Die Linke in Nordeuropa war so in der Lage, einen friedlichen Ausgleich zwischen den konkurrierenden gesellschaftlichen Interessen zu organisieren. Gleichzeitig aber fällt auf, dass die politische Rhetorik im europäischen Norden noch immer stark von einer starken rechts-links-Spaltung geprägt ist.
Wenn man sich dann heute die Regierungen Nordeuropas betrachtet, muss man feststellen, dass der Norden inzwischen in hohem Maße bürgerlich regiert ist. Auch haben die globalen Wirtschaftskrisen den Norden nicht verschont, worauf mit Einschnitten in die Sozialsysteme reagiert wurde, denen man nur noch zögerlich einen linken Stempel aufdrücken kann auch wenn sie von einer sozialdemokratischen Regierung vollzogen wurden.

Was ist dann links im Norden? Warum z.B. heißen die liberalen Parteien in Dänemark und Norwegen venstre (links)? Warum trug das sozialdemokratische Projekt eines Wohlfahrtsstaates in Schweden den Namen Volksheim, der doch eher bürgerliche Wurzeln suggeriert? Ist es ketzerisch zu fragen, was an dem "linken Paradies" Nordeuropa überhaupt links ist bzw. war? Und wie könnte eine linke Zukunft im Norden aussehen?

Es diskutieren: Charlotta Brylla, Gastforscherin am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität, Niels Astrup, freier Journalist aus Dänemark, Prof. Helge Høibraaten, Henrik-Steffens-Professur am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität
Moderation: Valeska Henze, FOR:N

[Flyer / pdf]



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