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Humboldt-Universität zu Berlin    ·    Nordeuropa-Institut
Forschungsgruppe Nordeuropäische Politik e.V.
Research Group for Northern European Politics
  Ostseegespräche





Die Themen unserer Ostseegespräche seit 2000 finden Sie im Archiv.




 
Jeden zweiten Dienstag im Monat bei FOR:N.
Der politische Jour Fixe zu Nordeuropa.


Ort und Zeit: Dorotheenstr. 24, Haus 3, Raum 3.231 "Henrik Steffens", 19.00 Uhr.

Verkehrsverbindungen:

U + S Bhf. Friedrichstraße
Bus 100 + 200 Staatsoper
Tram M1 + 12 Am Kupfergraben

Eingeladen sind alle, die Interesse an den Ländern Skandinaviens und der Ostseeregion mitbringen.
Im Anschluß an das kurze Referat besteht jeweils ausreichend Gelegenheit zu Fragen und Diskussion.


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22. Juni  OBS! 18:30 Uhr s.t.
Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstr. 1, 10787 Berlin

Staatliche Verantwortung während der europäischen Flüchtlingskrise 2015/2016 ‐ Ein Vergleich zwischen Dänemark und Deutschland
Ingrid Hadvig

Wir werden den Abend mit einem Rückblick auf das politische Jahr in Island beginnen. Im Fokus stehen dabei die Im Herbst 2015 spitzte sich europaweit die Flüchtlingssituation zu: Aus den Krisenherden in Europas Nähe machten sich immer mehr Menschen auf den gefahrvollen Weg auf Suche nach Schutz und einem neuen Anfang fern der Heimat. Nicht nur die an das Mittelmeer angrenzenden Staaten stellte dieser Zustrom von Menschen vor eine Belastungsprobe ‐ auch einige Grundfesten europäischer Politik gerieten ins Wanken und ein einheitliches Vorgehen der EU-Mitgliedstaaten war kaum erkennbar. Während Deutschland die Position des Fürsprechers für eine gemeinsame europäische Lösung des Flüchtlingszustroms einnahm, vollzog Dänemark die strengste Flüchtlingspolitik Europas. Doch wie begründete die nationale Politik jeweils ihr Handeln? Ingrid Hadvig spürt in ihrer Analyse dem dänischen und deutschen Verständnis der Verantwortung des Staates in der Flüchtlingskrise nach.

Ingrid Hadvig ist Studentin der Politikwissenschaft (Universität Kopenhagen, Freie Universität Berlin) und arbeitet seit Februar 2016 als studentische Hilfskraft an der dänischen Botschaft Berlin. Im Rahmen des FOR:N Ostseegesprächs stellt sie einige Ergebnisse ihrer Masterarbeit vor, die sie derzeit zur Ethik in der Flüchtlingspolitik verfasst.






16. Mai  19:00 Uhr s.t.

Nord Nord Süd
Im Gespräch mit JournalistInnen aus Nordeuropa

Gerade erschienen ist die aktuelle Rangliste von Reporter ohne Grenzen zur Pressefreiheit 2017. Auf den ersten vier Plätzen: Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark, Island folgt auf Platz 10, Deutschland auf Platz 16. Ob Pressefreiheit, Anti-Korruption, Gleichberechtigung oder Glück – auf all diesen Ranglisten stehen die nordeuropäischen Staaten ganz weit vorne. Wie das zu erklären ist, möchten wir mit unseren fünf Gästen aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden diskutieren und mit ihnen über aktuelle, tagespolitische Fragen sowie über Innen- und Außenansichten deutscher und nordeuropäischer Politik sprechen. Welche Themen bewegen unsere Nachbarn in Nordeuropa? Wie wirkt sich die Zuwanderung durch Flüchtlinge auf die nordeuropäische Politik und Gesellschaft aus?

Wir freuen uns auf fünf JournalistInnen aus Nordeuropa, die das Internationale Journalistenprogramm (IJP) absolvieren. Im Rahmen eines IJP-Stipendiums arbeiten sie zwei Monate in Berlin für verschiedene, deutsche Redaktionen wie die der "taz", der "Die Welt", des "Inforadio" vom rbb oder der "Deutschen Welle".

Khaled Alesmael (S) arbeitet bei einer politischen Magazinsendung des Schwedischen Rundfunks (SVT) in Göteborg und hospitiert zur Zeit bei der tageszeitung (taz).

Björg Magnúsdóttir (IS) lebt als Journalistin und Autorin in Reykjavík. Sie arbeitet als Redakteurin beim isländischen Fernsehsender RUV und hospitiert zur Zeit in der Kulturredaktion der Deutschen Welle in Berlin.

Martin Holvik (N) arbeitet als Redakteur bei NRK News in Oslo. Zur Zeit hospitiert er beim Inforadio des rbb.

Päivi Kerola (F) ist außenpolitische Redakteurin beim finnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk YLE in Helsinki und hospitiert zur Zeit in der Außenpolitik der Tageszeitung "Die Welt".

Lise Ipsen (DK) ist außenpolitische Redakteurin beim Dänischen Rundfunk in Kopenhagen und hospitiert bei der Deutschen Welle.

Moderiert wird der Abend von Tobias Etzold.




8. Dezember  OBS! 18:00 Uhr s.t.

Weihnachtliches Ostseegespräch
mit Christan Rebhan und Tobias Etzold

Wir werden den Abend mit einem Rückblick auf das politische Jahr in Island beginnen. Im Fokus stehen dabei die vorgezogenen Parlamentswahlen Ende Oktober 2016, die Ereignisse die dazu führten, die damit einhergehenden politischen VeräKnderungen sowie die aufgrund der Pattsituation zwischen konservativem und linkem Lager bestehenden Schwierigkeiten, eine stabile Regierung zu bilden.
FOR:N Vorstandsmitglieder Christian Rebhan und Tobias Etzold werden kurz ins Thema und die Diskussion einführen.

Im Anschluss daran setzen wir unser traditionelles adventliches Beisammensein bei Glögg und Gebäck fort.






21. November  19:00 Uhr s.t.
OBS!  Femern A/S, c/o Miller & Meier Consulting, Französische Str. 55, 10177 Berlin
vor dem Eingang klingeln!

Deutsche Wutbürger, dänische Infrastrukturfans? Die Auseinandersetzung um die feste Querung über den Fehmarnbelt
Robert Schmidt

18 Kilometer Ostsee liegen zwischen der dänischen Insel Lolland und dem ostholsteinischen Fehmarn. Wo heute Fähren in engem Takt fahren, soll in nicht allzu ferner Zukunft ein Tunnel die beiden Inseln und damit Skandinavien mit dem europäischen Festland verbinden. Lange bevor es zu einer politischen Einigung über den Bau einer festen Querung über den Fehmarnbelt zwischen den Regierungen in Kopenhagen und Berlin Ende der 2000er kam, formierte sich auf der Touristeninsel Fehmarn Protest. Auf der dänischen Seite hingegen konnte sich eine schlagkräftige Allianz gegen das Projekt nicht herausbilden. Welche Gründe gibt es für das Aufkommen beziehungsweise Ausbleiben von sichtbarem Protest dies- und jenseits des Fehmarnbelts? Unterschiedliche Vorstellungen stoßen hier aufeinander, die nicht nur bei der Umsetzung des Milliardenprojekts in der deutsch-dänischen Grenzregion von Belang sind.

Robert Schmidt ist Student der Politikwissenschaft (Freie Universität Berlin, Universität Kopenhagen) und hat sich im Rahmen seiner Masterarbeit mit Fragen von Protest und Beteiligung beim Projekt Feste Fehmarnbeltquerung beschäftigt. Eine glückliche Fügung, da er somit sein Interesse für Verkehrspolitik und Infrastruktur mit seiner Begeisterung für Dänemark und Skandinavien kombinieren konnte. Für seine Masterarbeit kehrte er für einige Wochen zurück nach Kopenhagen, wo er bereits 2011/12 studierte. Praxiserfahrungen sammelte er neben dem Studium durch Tätigkeiten unter anderem im Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus, in der Pressestelle eines Zugherstellers und zuletzt bei einem Berliner Think Tank.






18. Oktober  19:00 Uhr s.t.
OBS!  Fraunhofer-Forum Berlin, Anna-Louisa-Karsch-Str. 2, 10178 Berlin, Raum "Großes Forum"

Stockholm, Berlin, Leipzig – Was macht Städte attraktiv für Start-ups?
Christian Berg

Start-ups bekommen als Motoren für Wachstum und als Antrieb für Innovationen immer mehr Aufmerksamkeit. Zwischen den europäischen Hauptstädten wächst der Wettbewerb darum, die neuen Gründungen bei sich anzusiedeln. Berlin schneidet in diesem Rennen um die besten Köpfe und Geschäftsideen sehr gut ab und hat sich in vielen Rankings erfolgreich neben anderen europäischen Städten, wie London und Stockholm, positioniert.

Was macht Berlin für Start-ups so attraktiv? Welche Rolle spielen Netzwerke zwischen Hochschulen und Wirtschaft? Welche politischen Rahmenbedingungen sind erforderlich? Warum gründen mehr Männer als Frauen? Wie unterscheidet sich die Berliner Start-up-Szene von anderen Städten und was kann von ihnen gelernt werden? Zum Beispiel von Stockholm, das mit Spotify und Skype erfolgreiche "Unicorns" hervorgebracht hat? Diesen Frage wollen wir in einem Hintergrundgespräch mit Christian Berg nachgehen, der Auszüge seines schwedischen Berichts Deutschland, Start-ups und Innovation vorstellt, den er im April 2016 im Auftrag des schwedischen Außenministeriums verfasste.

Christian Berg hat 20 Jahre als Diplomat im schwedischen Außenministerium gearbeitet, unter anderem als Abteilungsleiter für Presse, Wirtschaft, Öffentlichkeitarbeit und Kultur an der schwedischen Botschaft in Berlin. Heute ist Christian Berg als Geschäftsführer der AllBright-Stiftung in Berlin tätig.

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Fraunhofer-Gesellschaft statt. Eine Anmeldung in Form einer kurzen E-Mail an anmeldung[at]for-n[dot]de ist bis zum 14. Oktober erforderlich.






14. Juni  OBS! 19:45 Uhr s.t.

Crisis or renaissance? The current state of Nordic cooperation
Discussion with Johan Strang and Tobias Etzold

Recent news reflect a mixed image of the state of Nordic cooperation. On the one hand, the Nordic leaders appear to cooperate more closely than ever, for example by joining each other in meetings with world leaders such as President Obama. On the other hand, there is an evident lack of coordination and communication between Nordic politicians, which for example has resulted in the historical introduction of ID-controls at the Öresund Bridge between Denmark and Sweden.
What is the current state of Nordic cooperation, and where is the region heading in the near future? Johan Strang will first give an introduction on which Tobias Etzold will comment from a German perspective before entering a discussion with each other and the audience.

Johan Strang is Senior Lecturer at the Centre for Nordic Studies at the University of Helsinki and editor of the book Nordic cooperation: A European region in transition (Routledge 2016) to which Tobias Etzold , Chairman of FOR:N and Researcher at the Stiftung Wissenschaft und Politik, also contributed.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.






10. Mai

Im Norden nichts Neues? Im Gespräch mit Journalisten aus Nordeuropa

Wäre die Jan Böhmermann–Affäre ebenso in Skandinavien möglich gewesen? Will auch Finnland die Grenzen dicht machen oder gibt es dort keine Flüchtlingskrise? Und was denken unsere nördlichen Nachbarn eigentlich über die AfD?
Im Mai-Ostseegespräch werden wir mit vier JournalistInnen aus Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden über aktuelle, tagespolitische Fragen und über Innen- und Außenansichten deutscher und nordeuropäischer Politik diskutieren. An der moderierten Diskussion nehmen die Finnin Anna Sofia Berner (Helsingin Sanomat), der Norweger Martin Skjaeraasen (Aftenposten), der Schwede Johannes Tangeberg (Katrineholms Kuriren) und die Dänin Najaaraq Vestbirk (Dunkel Radio) teil. Die vier Journalisten absolvieren das Internationale Journalistenprogramm (IJP), das Redakteure und freie Journalisten aller Medien fördert. Im Rahmen eines IJP-Stipendiums arbeiten unsere vier Gäste zwei Monate für verschiedene, deutsche Redaktionen, wie die "Berliner Zeitung" oder "Die Welt".






12. April

Dr. Claudia Matthes
Polens Demokratie am Scheideweg – folgt das Land dem Muster Ungarns?

Die polnische Demokratie galt in den Jahren nach 2007 als sehr stabil und erhielt entsprechend hohe Bewertungen in allen internationalen Rankings. Was genau bedeutet nun der Wahlsieg der konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vom Herbst 2015 für die Qualität der polnischen Demokratie? Die jüngsten Gesetzesänderungen, insbesondere zum Verfassungsgericht, hat der Europarat scharf kritisiert. Im Rahmen des Ostseegesprächs werden diese Veränderungen genauer beleuchtet und es wird diskutiert, inwiefern damit ein weiteres EU-Mitgliedsland nach Ungarn zu einer "defekten Demokratie" umgeformt wird

Dr. Claudia Matthes ist Politikwissenschaftlerin und Leiterin der internationalen Masterprogramme am Institut für Sozialwissenschaften der HU Berlin. Sie arbeitet zu Demokratisierungsprozessen in Mittel- und Osteuropa.






8. März

Benjamin Schaller
Das Narrativ vom Krieg in der Arktis

Das Abschmelzen der arktischen Eisdecke hat unter den Arktisanrainern einen regelrechten Wettlauf um die in der Arktis vermuteten großen Gas- und Ölvorkommen sowie über die Kontrolle lukrativer Handelsrouten ausgelöst. Die arktischen Staaten und insbesondere Russland versuchen deshalb ihre Interessen in der Region frühzeitig zu sichern und untermauern ihre Gebietsansprüche zunehmend auch militärisch. Dieses Narrativ einer offenbar unvermeidlichen militärischen Konfrontation im hohen Norden scheint sich mehr und mehr in den allgemeinen Sicherheitsdiskurs zur Zukunft der Region einzuschleichen, mit einer Ausnahme, innerhalb der Arktis selbst. Was sind die Gründe hierfür und was ist dran am "Kalten Krieg in der Arktis"?

Benjamin Schaller ist seit November 2014 PhD-Kandidat und Research Fellow am Centre for Peace Studies an der Arctic University of Norway in Tromsø. Er forscht dort zu Fragen arktischer Sicherheit, militärischer Kooperation und Vertrauensbildung. Davor absolvierte er seinen Master am Department for Peace & Conflict Research an der Uppsala University in Schweden sowie seinen Magister in Politik- und Medienwissenschaft an der Universität Trier. Seit März 2015 arbeitet er als politischer Referent im Auswärtigen Amt und ist dort für den politisch-militärischen Teil des deutschen OSZE-Vorsitzprogramms 2016 zuständig.






8. Dezember, OBS! Beginn 18 Uhr

Prof. Dr. Sven Jochem
Die nordischen Wohlfahrtsstaaten – Entwicklungsdynamiken und aktuelle Herausforderungen

Die nordischen Wohlfahrtsstaaten werden gerne als eine sozialdemokratisch geprägte Länderfamilie in der wohlfahrtsstaatlichen Politik aufgefasst, die sich signifikant von anderen Wohlfahrtsstaaten unterscheiden. Der Vortrag geht der Frage nach, ob diese Einschätzung des Nordens zutrifft und wie eventuelle Konvergenztrends zu erklären wären. Ebenso geht der Vortrag auf aktuelle Herausforderungen der nordischen Wohlfahrtsstaaten ein, zu denen neben der aktuellen Flüchtlingsfrage auch die relativ hohe Jugendarbeitslosigkeit oder die politisch umstrittene Finanzierungsweisen nordischer Sozialpolitik über Steuern zu zählen sind.

Prof. Dr. Sven Jochem lehrt und forscht seit 2011 an der Universität Konstanz. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen: empirische Demokratievergleiche mit besonderem Augenmerk auf den europäischen Norden, wohlfahrtsstaatliche Politik im internationalen Vergleich und normative Theorien der Demokratie. Im VS Verlag publizierte er 2012 "Die politischen Systeme Skandinaviens".

Im Anschluss an das Gespräch laden wir herzlich ein zum traditionellen adventlichen Beisammensein bei Glögg und Gebäck.






10. November

Arne Hartig, Auswärtiges Amt
Die Arktis: Aktuelle Entwicklungen und wirtschaftliche Interessen aus außenpolitischer Sicht

Welche Auswirkungen hat der rapide Klimawandel in der Arktis, die sich doppelt so schnell erwärmt wie der Rest des Planeten? Steht die Arktis vor einem Wirtschaftsboom, wie Eisrückgang, Rohstofffunde und neue Schifffahrtsrouten andeuten? Welche Rolle spielen alte und neue sicherheits- und ordnungspolitische Rivalitäten? Und daraus resultierend: Welchen Beitrag kann die deutsche Außenpolitik leisten zum Schutz, aber auch zur nachhaltigen Nutzung der Arktis? Diese und weitere Fragen wollen wir bei diesem Gespräch zur Arktis diskutieren

Arne Hartig arbeitet seit über 10 Jahren für das Auswärtige Amt. Er ist in der Abteilung für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung zuständig für wirtschaftliche Fragen zur Arktis. Zuvor war er in den Abteilungen für Kultur und für Politik sowie an der Deutschen Botschaft Belgrad tätig. Er hat in Tübingen und Brisbane/Australien Diplom-Geographie studiert. Seine Diplomarbeit schrieb er am Joint Research Centre der Europäischen Kommission zu den sozioökonomischen Folgen von Überschwemmungen.






13. Oktober

Dr. Claudia Matthes
Polen vor den Parlamentswahlen - Wie geht es weiter mit Europa?

Der Ostseeanrainer Polen ist ein wichtiges Land in der EU geworden. Nicht erst seit der Ukraine-Krise, sondern schon in den Debatten über die Eurorettung hat sich Polen als integrationsfreundlicher Partner erwiesen und gezeigt, dass es mehr Verantwortung in Europa übernehmen will. Die Ernennung des früheren Ministerpräsidenten Donald Tusk zum Präsidenten des Europäischen Rates Ende 2014 bekräftigte diese Haltung. Gleichzeitig beharrt Polen systematisch auf nationalen Interessen in der Energie- und aktuell in der Flüchtlingsfrage. Die Haltung der polnischen Regierung wird zudem seit der überraschenden Wahl des konservativen Oppositionspolitikers Andrzej Duda zum neuen Staatspräsidenten im Mai 2015 innenpolitisch herausgefordert. Grund genug anlässlich der für den 25. Oktober festgesetzten Parlamentswahlen über die politische Lage im Land sowie Polens Europapolitik zu diskutieren.

Dr. Claudia Matthes ist Politikwissenschaftlerin und Leiterin der internationalen Masterprogramme am Institut für Sozialwissenschaften der HU Berlin. Sie arbeitet zu Demokratisierungsprozessen in Mittel- und Osteuropa.






9. Juni

Klaus v. Lepel
Auf dem Weg zu einer makroregionalen Wissenschaftpolitik im Ostseeraum?
Ostseepolitik aus der Perspektive einer Landesregierung

Die EU-Ostseestrategie befindet sich mal wieder in einer Reorganisationsphase. Faktisch ist sie seit Jahren eine strukturierte Ansammlung aus einer Vielzahl von guten Einzelprojekten, aber ein kohärenter Politikansatz fehlt bis heute. Die EU-Kommission fordert seit Jahren mantraartig die Ostsee-Anrainerstaaten und Regionen auf, die "political ownership" für die Strategie zu übernehmen. Diese verweigern diese reflexartig.

Der Hamburger Senat möchte versuchen dieses Dilemma exemplarisch auf einem Poltikfeld aufzuheben und spricht sich aktiv für eine makroregionale Dimension der Wissenschaftspolitk im Ostseeraum aus. Im Januar 2014 hat er eine eigene "Ostseestrategie für den Wissenschaftsstandort Hamburg" verabschiedet und sich darin unter dem Arbeitstitel Baltic Science Network verpflichtet, proaktiv an einer wissenschaftspolitische Netzwerkstruktur im Ostseeraum zu arbeiten. Ziel des Baltic Science Network ist es ein politisches Forum – ein "policy making tool" – zu schaffen, das es den relevanten Wissenschaftspolitikern aus den Ostseeanrainerstaaten ermöglicht aktiv miteinander über eine makroregionale Dimension in der Wissenschaftspolitik zu beraten und zu entscheiden.

In dem Ostseegespräch wird die Hamburger Initiative vorgestellt und die Frage diskutiert werden, ob wir überhaupt eine makroregionale Dimension in der Wissenschaftspolitik brauchen und wenn ja auf welchen Feldern und warum. Der Referent freut sich auf einen konstruktiv-kritischen Diskurs mit den Teilnehmern.

Klaus v. Lepel arbeitet seit mehr als 15 Jahren für den Hamburger Senat. Gegenwärtig leitet er das Referat "Forschungspolitik, Transfer/Innovation, Europa und Internationales" in der Hamburger Behörde für Wissenschaft und Forschung und ist in dieser Funktion von Anfang an in die Hamburger Initiative eingebunden gewesen. Seine Leidenschaft gilt bereits seit mehreren Jahrzehnten dem Ostseeraum. In den Jahren 2011/2012 war er im Auswärtigen Amt tätig und dort maßgeblich an der konzeptionellen Ausgestaltung und Umsetzung der deutschen Ostseeratspräsidentschaft beteiligt. Er ist langjähriges und begeistertes Mitglied der Forschungsgruppe Nordeuropäische Politik (FOR:N).






19. Mai

Political News from the North – Journalisten aus Nordeuropa berichten

Die Internationalen Journalistenprogramme (IJP), ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein, fördern hochqualifizierte Redakteure, Reporter und freie Journalisten aller Medien im Alter von 18 bis 40 Jahre. Die Stipendiaten arbeiten ca. zwei Monate als Gastautoren für ausländische Redaktionen ihrer Wahl und als Korrespondenten für ihre Heimatmedien. Das Deutsch-Nordeuropäische Journalistenstipendienprogramm ist eines von 11 Programmen. Hauptgeldgeber sind die Außenministerien der nordeuropäischen Länder und das Auswärtige Amt.

Wir freuen uns sehr, von den IJP Stipendiaten aus den nordischen Ländern Ingerid Salvesen aus Norwegen und Atli Þór Fanndal aus Island begrüßen zu dürfen. Ingerid arbeitete bei der Zeitung Dagens Naeringsliv und dem Norwegischen Fernsehen (NRK) und ist in Berlin bei der Außenpolitikredaktion der Zeitung Die Welt zu Gast. Atli Þór ist Freelance Journalist, schreibt regelmäßig für Reykjavik Weekly, Female Post and Man Magazine, ist Gründer und Herausgeber des investigativen Magazins Skastrik und arbeitet während seiner Zeit in Berlin für The Local Germany.

Die beiden Journalisten werden über aktuelle politische Themen in ihren Ländern berichten und mit uns diskutieren. Ingerid Salvesen wird die Frage aufwerfen, ob Norwegen eine Führungsnation bei den globalen Anstrengungen im Umgang mit dem Klimawandel oder doch eher ein von Öl und Gas gesteuerter Klimakiller ist, und dieses Paradox analysieren. Atli Þór Fanndal wird sich in seinem Input auf die Berichterstattung über Korruption in Island sowie den Zustand der konservativen isländischen Regierung konzentrieren.

Vortrags- und Diskussionssprache bei diesem Ostseegespräch ist Englisch.






14. April

Christian Opitz
"Lika barn leka bäst": Die nordische Sicherheits- und Verteidigungskooperation in historischer Perspektive

Angesichts von unauffindbaren U-Booten, aggressiven russischen Kampfjets und unverhohlenen Drohungen seitens Moskau führen die nordischen Länder eine intensive Diskussion über ihre Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Bilateral und regional scheint Nordeuropa derzeit militärisch enger zusammenzurücken. Die Ende Februar beschlossene verstärkte Zusammenarbeit zwischen den finnischen und schwedischen Streitkräften etwa stieß auf eine große mediale Aufmerksamkeit. Doch obgleich die derzeitige Krisensituation durchaus als Katalysator angesehen werden kann, baut die nordische Sicherheits- und Verteidigungskooperation auf jahrzehntelange Erfahrungen auf. Der Rückblick auf Erfolge wie Rückschläge bettet die gegenwärtige Zusammenarbeit in den notwendigen historischen Kontext und erlaubt eine (vorsichtige) Vorausschau auf zukünftige Entwicklungen.

Christian Opitz promoviert u. a. zur nordischen Sicherheits- und Verteidigungskooperation innerhalb der EU und ist Forschungsassistent im "Research Center Norden (RENOR)" an der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin






10. März

Thomas Tuntschew
Grenzen, Immigration und Kindergeld: Wahlkampf in Dänemark

Der Sieg der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei bei der Europawahl 2014 ist der vorläufige Höhepunkt des ambivalenten Verhältnisses der dänischen Bevölkerung zur EU. Der grundsätzlich pro-europäische Konsens der Mainstream-Parteien gerät durch dieses Ergebnis zusätzlich unter Druck. Ein Rückblick auf den dänischen Europawahlkampf soll daher Einblicke in die parteipolitische Auseinandersetzung liefern. Welche Themen bestimmten den Europawahlkampf 2014 und wie positionierten sich die Parteien zur Europapolitik? Mittels einer Inhaltsanalyse der Wahlkampfberichterstattung wird der europapolitische Diskurs dargestellt und dessen Relevanz für die anstehenden Folketing-Wahlen in diesem Jahr diskutiert.

Thomas Tuntschew ist Diplom-Verwaltungswissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politik und Regieren in Deutschland und Europa an der Universität Potsdam.





10. Februar

Christian Rebhan
Der Fehmarnbelt-Tunnel: Eine neue Verbindung zwischen Skandinavien und Mitteleuropa

Die Idee einer festen Verbindung zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland ist eine mehr als 150 Jahre alte Vision. 2008 unterzeichneten Deutschland und Dänemark einen Staatsvertrag. Seit 2009 plant das dänische Staatsunternehmen Femern A/S den Bau des längsten kombinierten Straßen- und Eisenbahntunnels der Welt. 2015 soll der Bau beginnen und 2021 abgeschlossen sein. Warum wollen Deutschland und Dänemark einen Tunnel unter dem Fehmarnbelt? Wer bezahlt? Wie wird der Tunnel aussehen? Und welchen Herausforderungen steht dieses komplexe grenzüberschreitende Projekt vor Baubeginn noch gegenüber?

Christian Rebhan hat Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem University College Cork und der Universität Islands in Reykjavik studiert. Von 2009 bis 2014 hat er an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Islands über die Europapolitik der Färöer und Grönlands promoviert und an beiden Universitäten als Lehrbeauftragter gearbeitet. Er gehört seit 2013 dem Vorstand von FOR:N an und arbeitet seit 2014 als Berater Presse für Femern A/S.






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Wir bieten interessierten Bildungsträgern, Stiftungen, Firmen und anderen Veranstaltern Seminare mit Hintergrundinformationen, aktuellen Analysen und einem anregenden Austausch zu der Frage, warum wir in Deutschland immer wieder im Norden nach vorbildlichen Lösungen für politische Probleme suchen.

Das Kernangebot unseres Seminar-Pakets besteht aus den folgenden Kursen:


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Setzen Sie sich mit uns in Verbindung:

Dr. Valeska Henze: valeska.henze[at]for-n[dot]de, Tel. +49 (0)172 301 36 03
Dr. Jochen Hille: jochenhille[at]web[dot]de, Tel. +49 (0)30 449 32 17

Ausführlichere Informationen finden Sie auf unserem [Flyer] (pdf 126 kb).